Das Spalier
18.Februar 2009 | Thema: Spalier im Weinberg
| Vorheriger Spalier im Weinberg-Beitrag: « Erziehungsverfahren der Spalier Systeme

Die Weinreben, wie alle anderen Rebsorten auch, sind nicht stark genug um sich selbst zu stützen. Deshalb bedürfen sie einer Abstützvorrichtung, damit sie möglichst ertragreich und gesund gedeihen können. Um dieses Bedürfnis zu erfüllen, müssen die Reben in einem Spalier gestützt werden.
Falls sie richtig aufgestellt werden, können die Spaliere:
- Den Weinreben dazu behilflich sein, die bestmögliche Sonneinstrahlung zu erzielen,
- Die Arbeitskosten zu senken,
- Die Verzögerung des Ertrags zu meiden,
- Die Anfälligkeit gegenüber den Seuchen zu mindern und um einen kräftigen und geraden Stamm zu bilden.
Die Trauben brauchen das Sonnenlicht, um Blüten zu erzeugen, die dann zu schönen Trauben gedeihen. Mit einer optimalen Ausrichtung zum Sonnenlicht werden die Reben ertragreicher sein, als wenn die Trauben im Schatten gedeihen.

Die Pflanzen bedürfen des Sonnenlichts für die Photosynthese, weil das Sonnenlicht für die Erzeugung von Zuckerstoffen und für andere wichtige Nährstoffe entscheidend ist.
Richtig gebaute Spaliere fördern das Wachstum und den Ertrag der Reben. Die Spaliere machen auch die ganze Rebe und den Zustand des Rebstockes gut sichtbar. So kann er Winzer auf einen Blick sehen, was er ausschneiden muss.
Die Pilzkrankheiten befallen die Weintrauben. Sie richten vor allem in stehenden und feuchten Luftbedingungen verheerenden Schaden an.
Wenn die Reben in einem Spalier wachsen und gut geschnitten werden, dann kann die Luft gut zirkulieren und die Anfälligkeit für Pilzbefall ist geringer.
Wenn die Beeren am Spalier auswachsen, dann kommt die Traubenfrucht nicht mit dem Boden in Berührung und es entsteht keine Fruchtfäule, die gerne in Bodennähe auftritt.

Ebenso wird das Spritzen mit Schutzmitteln und Insektenvertilgungsmitteln vereinfacht.
Darüber hinaus ermöglichen die in einem Spalier eingearbeiteten Weinreben eine bessere Unkrautkontrolle unter der Rebenpflanze, da das Unkraut einfacher unter Kontrolle gehalten werden kann. Und wenn Unkrautvernichtungsmittel eingesetzt werden, dann betrifft das weniger die Rebe, weil diese über dem Boden ist.
Zudem ist die Traubenlese viel einfacher, falls das Spalier angemessen ausgelegt und widerstandsfähig ist. Das Spaliersystem wird vorwiegend von der Art der Zuchtvarietäten und von dem angewandten Ernteverfahren bestimmt. Die Gestaltung des Spaliers, das für maschinell geerntete Trauben vorgesehen wird, unterscheidet sich von dem, welches für die manuell geernteten Trauben vorgesehen wird.
Die Anpassung des Spaliers an die TraubensortenDas Spaliersystem muss der Traubensorte, die im Weinberg angebaut wird, angepasst werden. Die meisten amerikanischen und die meisten französisch-amerikanischen hybrid Kulturen haben den Trend nach unten zu wachsen. Für diese Arten ist es am besten, wenn die Trauben auf einem hohen Draht, ca. 50 – 60 cm über dem Boden sind.
Das bietet den Weinreben reichlich viel Raum abwärts zu wachsen und und gegen Ende der Wachstumszeit den Boden gerade zu berühren.
Dagegen haben die europäischen Rebsorten entgegengesetzte Wachstumsgewohnheiten. Sie neigen dazu senkrecht aufzusteigen und werden darum auch tiefer angesetzt.
Die Spannkraft der RebenEin weiterer entscheidender Faktor, welcher für die Wahl des richtigen Spaliers der beachtet werden muss, ist die Spannkraft der Reben. Die Bodenstruktur und die Klimabedingungen spielen beide eine wichtige Rolle bei der Vorhersage der Spannkraft des Rebenwachstums.

Ein richtig gestaltetes und aufgebautes Spalier wird eine weite Blätteroberfläche und eine ziemlich niedrige Blätterdichte erzeugen. Die Abschirmung wird über 2 bis 3 Schichten von Weinblättern und über geringstmögliche Beschattung verfügen, die wiederum eine Qualitativ hochwertige Ernte mit hohem Zuckergehalt erzeugen.
Die Vorhersage der Spannkraft der Rebe ist schwierig, falls keine Vorgeschichte des Standorts verfügbar ist. Doch falls eine Vorgeschichte des früheren Anbaus bekannt ist, könnte dies eine ziemlich einfache Aufgabe sein.
Dennoch sollten die Bodenproben Prüfergebnisse beachtet werden, da sie eine Anleitung zur Verwendung von Düngemittel bereitstellen und eine grobe Schätzung bezüglich der potentiellen Spannkraft der Reben im betreffenden Standort ermöglichen.
Eine Minderung des Ertrags wird dann entstehen, falls die potentielle Spannkraft überschätzt wird und die Weinreben zu weit voneinander aufgestellt werden.
Andererseits können eine Überschätzung und eine unangemessene Abstandhaltung zwischen den Spalieren, Beschattung und weitere daraus entstehende Probleme verursachen. Deshalb müssen Sie vor Aufbau der Spaliere die richtige Entscheidung treffen, da nachträgliche Änderungen sehr schwierig zu realisieren sind.