Die Art und die Aufbereitung des Bodens
20.Februar 2009 | Thema: Bepflanzung des Rebbergs
Wie schon vorher erwähnt, müssen bei der Anpflanzung eines neuen Rebbergs eine Vielzahl von Tatsachen verstanden und geplant werden. Der Standort und die mit dem Boden und dem Arbeitsaufwand verbundenen
Kosten sind sicherlich äußerst wichtig. Und Sie müssen ebenfalls der
Art und der Qualität des Bodens kennen.
Die Bodenart Wenn Sie tatsächlich sicher sein möchten, ob der Boden für die Bepflanzung eines neuen Weinberges geeignet ist, so ist die Durchführung einer fachgerechten Bodenuntersuchung der einfachste Weg. Beantragen Sie diese Dienstleistung bei einem Fachmann und machen Sie sich mit ihm zusammen ein klares Bild davon, welche Traubensorten zur Bepflanzung auf dieser Bodenart geeignet wären.
Alle guten Böden müssen über einen für den Gesundheitszustand der Weinreben erforderlichen Gehalt an Mineralstoffen, einschließlich an Kalzium, der zur Neutralisierung der pH- Werte des Bodens erforderlich ist, verfügen.
Das Vorhandensein von Eisens ist ebenso wichtig, da es zur Photosynthese gebraucht wird.
Magnesium ist ebenfalls erforderlich, da es ein wichtiger Bestandteil des Chlorophylls ist.
Um den gesamten Gesundheitszustand der Weinrebe zu verbessern, muss das Nitrogen, das in Form von Nitraten aufgenommen wird, vorhanden sein, genauso wie die Phosphate, welche die Entwicklung der Wurzel fördern und das Kalium, das den Stoffwechsel der Rebe verbessert.
Für weitere Angaben wenden Sie sich am besten an das nächste Landwirtschafts Amt, einen Önologen oder Weinbau Institut.
Die BodenentwässerungDa die Mineral- und Nährstoffe über den Boden in die Rebe gelangen, muss das Grundstück über eine gute innere Bodenentwässerung verfügen.
Ein Gelände mit dünnem Oberboden und mit einem Untergrund, der zwar eine ausreichende Wassermenge zurückhält, aber auch gleichzeitig über eine gute Bodenentwässerung verfügt, ist optimal.
Es ist ebenso wünschenswert, dass der Boden über mindestens ca. 80 cm hindernisfreie Bodentiefe verfügt.
Das angestautes Regenwasser um das Wurzelsystem verdrängt den Sauerstoff und kann Wurzelfäule verursachen.
Wenn dies der Fall ist, werden die Wurzeln nicht so widerstandsfähig und produktiv wie beabsichtigt sein. Um dies zu verhindern, muss eine angemessene Bodenentwässerung gesichert werden.
Zu den Anzeichen einer guten inneren Bodenentwässerung gehört ein hell, gleichmäßig gelb-bräunlich oder bräunlich gefärbter Untergrund.
Der Untergrund, der eine graumelierte oder dunkelgraue Farbe aufweist, deutet meist auf eine unzureichende Bodenentwässerung hin. Falls die allgemeine Topgraphie dazu geeignet ist, könne Abflussplatten eingebaut werden, dennoch ist die dadurch erreichte Entwässerung unzureichend.
Der Zustand des Entwässerungssystems des Bodens wird auch auf das Wärmerückhaltevermögen und/oder die Wiedergabefähigkeit der Wärme an die Rebe eine Rolle spielen. Zwei wichtige Einflussgrößen welche die Reifung der Traube beeinflussen.
ÜbergangsschichtenEine Übergangsschicht besteht dort, wo die Bodenstruktur sich grundlegend ändert. Ein Beispiel dafür ist eine Schicht, die ausschließlich aus Sand oder aus Lehm besteht.
Die Rebenwurzel kann durch diese Schicht nicht vordringen. Um sicherzustellen, dass dies dennoch geschieht, muss man diese Schichten durchbrechen und sie vor dem Bepflanzen vermengen.
Eine Ersatzlösung dazu wäre, einfach einen Standort zu finden, in welchem es keine Übergangsschichten gibt. Falls dies nicht möglich ist, kann man die Auswirkungen der Übergangsschichten einfach mindern, indem man eine Schicht in der entgegengesetzten Richtung auftrennt.
Diesen Vorgang nennt man „rippen“. Ein schwerer Traktor oder eine Planierraupe fährt mit einem gigantischen Pflug im Schlepptau über das Gelände und mischt den Boden tief durcheinander.
So kann die Eindringtiefe der Wurzeln und die Bodenentwässerung verbessert werden.
Bestehende Vegetation Je nach Weinberg und Typ müssen Unkraute und Gräser gejätet werden, allerdings weist ihr Wachstum darauf hin, dass die Lage des Standorts günstig ist. Falls diese reichlich vorhanden sind, wird der Boden ertragreich sein. Dennoch muss man die Eindringtiefe der Wurzeln dieser Pflanzen überprüfen.
Bodenkonsistenz Die Mischung aus Sand, Humus und Lehm, bestimmen gemeinsam die Bodenkonsistenz. Der Sandgehalt des Bodens verleiht diesem ein körniges Aussehen und eine körnige Haptik.
Der Sand ist für die Bodenentwässerung entscheidend. Anderseits ist der Lehm ein Haftmittel zwischen den Bodenpartikeln und ist für das Rückhaltevermögen von Wasser und Nährstoffen entscheidend.
Die Kenntnis dieser Tatsachen kann Ihnen bei der Planung der erforderlichen Bewässerungs- und Düngungsverfahren behilflich sein. Mit dem richtigen Management, können die Böden, deren Konsistenz von sandigem Lehm bis hin zum Schwerlehm reicht, gute Weinreben wachsen lassen.
Bewässerung Wie oben erwähnt, sollte man, falls die Bepflanzungszeit niederschlagsarm ist, eine zusätzliche Bewässerung einleiten. Sie erhöht die Überlebenschancen der Rebenpflanzen während den ersten zwei Jahren. Reifende Weinreben haben während den ganzen Sommer, ein ständiges Bedürfnis nach Wasser, zur Sicherung des Fruchtwachstums. Ebenso brauchen sie Wasser zur Knospung der zukünftigen Ernte für das Folgejahr.
Die Planung eines Bewässerungssystems für die ersten Jahre wird sich von selbst auszahlen.
Wasserqualität- und Menge Je nach Rebe braucht ein Rebstock zwischen 5 und 15 Liter Wasser proTag.
Nicht nur für das Wachstum wird das Wasser gebraucht. Denn Nachts scheiden die Blätter Wasser aus – etwa 1,5 Liter pro 200 Blätter. Damit wird zum einen das Mikroklima des Weinbergs reguliert und neues Wasser aus der Wurzel nach oben gezogen.
Die Wasserqualität kann durch Prüfung einer Wasserprobe auf pH- Wert des Salzgehaltes (gelöste Salze insgesamt), Na und Cl, bestimmt werden. Eine pH- Spannweite von 5.5 bis 7.5 ist meist zulässig. Der Salzgehalt des Bewässerungswassers stellt keinerlei Probleme dar, soweit sich die Konzentration 640 ppm nicht überschritten wird.
Um Toxische Probleme zu vermeiden, darf der Natrium- und Chloridgehalt nicht 460 überschreiten, beziehungsweise 143 unterschreiten. Der Salzgehalt wird mit Hilfe der Elektrischen Leitfähigkeit (EC) I Milli- Ohm pro Zentimeter, gemessen und angezeigt.
BelüftungDie Beschädigung der Fruchtknospen, Blüten und jungen Früchte durch Frühlingsfrost kann je nach der Blütezeit, dadurch vermieden werden, indem man den Rebberg auf Hängen mit einer Neigung von 2 bis 3 Prozent anbaut.
Sobald die kalte Luft hinab sinkt, zieht sie wärmere Luft aus den höher gelegenen Schichten hinter sich hinab. Ein an einem niedrig gelegenen Standort angebauter Weinberg, wie z.B. entlang einer schmalen Bucht oder am Fuß eines Hügels, wird Frostbeschädigung gegenüber anfälliger sein, als ein auf einer höheren Lage befindlicher Standort.
Die Vermeidung der Bodenerosion Standorte mit steilen Hängen neigen eher zur Bodenerosion. Solche steilen Hänge bereiten ebenfalls grössere Probleme bezüglich der Verwendung von Maschinen und weiteren Ausrüstungen.
Frühlingsfrost vermeiden Die kühlen Temperaturen auf den nördlich ausgerichteten Hängen können das Wachstum der Reben während des Frühlings lange genug hinauszögern, um somit die Frostbeschädigung zu vermeiden. Schnelleres Wachstum im Laufe des Vorfrühlings, gemeinsam mit einer höheren Gefahr durch Frostbeschädigung, kann im Falle eines südlich ausgerichteten Hangs eintreten.