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Die Bestellung und Pflanzung von Rebstöcken

19.Februar 2009 | Thema: Bepflanzung des Rebbergs

reben-neupflanzungDie besten Bezugsquellen für Rebstöcke sind die auf Rebstockzüchtung spezialisierte Pflanzenschulen, welche die erforderlichen Kulturvarietäten züchten. Sie sollten Ihren Bestellung 6 Monate bis zu einem Jahr vor der Bepflanzung aufgeben, um somit die rechtzeitige Lieferung sicherzustellen.

Die besten Rebenpflanzen sind ein Jahr alt, da sie gesund sind und bereits schon über ein gut entwickeltes, faseriges Wurzelsystem verfügen. Diese sind meist, ruhende, im vorherigen Sommer gezüchtete eingewurzelte Verschnitte.

Solche Rebsorten werden im Rebberg schnell wachsen und weil sie auch schneller Früchte tragen werden, können sie die Mehrkosten schneller begleichen und im Laufe der Jahre höhere Erträge hervorbringen.

rebe-jung

Zweijährige oder ältere Reben aus der Pflanzenschule sind oftmals diejenigen, die für den Verkauf, im Laufe des ersten Jahres noch nicht für den Verkauf bereit waren. Diese könnten sich evtl. auch im Weinberg schlecht entwickeln.

Sobald die Reben Setzlinge eintreffen, muss die Wurzelfeuchte umgehend geprüft werden.  Falls diese ausgetrocknet sind, müssen diese befeuchtet werden. Sie sollten an einem feuchten Ort, bei einer Temperatur von 3° bis 5° C aufbewahrt und mit feuchten Sägespäne bedeckt werden, falls das Bepflanzen verzögert werden muss.

Sie können ebenfalls in einem Graben, wobei die Erde die Wurzel bedecken soll, ausgelegt werden.

Um der Rebenpflanze die erforderliche Zeitspanne zum anwachsen zu geben ist es empfehlenswert, die Bepflanzung Mitte bis Ende März durchzuführen.

STECKLINGE AUS REBHOLZ

Das bekannteste Fortpflanzungsverfahren sind die Stecklinge aus Rebenholz. Diese können jederzeit nach dem Laubfall, während des HerbstEs, bis hin zum Beginn des Pflanzensaftflusses im Vorfrühling, durchgeführt werden.

Die Wahrscheinlichkeit der Erzielung einer guten Kallusbildung ist höher, falls die Stecklinge im Herbst oder im Frühwinter hergestellt werden. Eine gute Kallusbildung ist für die Wurzelbildung, während des Frühlings, entscheiden.

junge-reben

Ebenso kann, man infolge der Erzeugung der Stecklinge eine oder zwei Wochen vor Beginn des Pflanzensaftflusses im Frühling und ihrer sofortigen Ansetzung, gute Ergebnisse erzielen.

Aus geraden, kräftigen, voll ausgereiften, ein Jahr alten Rebstöcken mit gut entwickelten Knospen erzeugte Stecklingen sind die besten.  
 
Sie sollten ungefähr so groß wie ein Bleistift oder etwas größer sein, mit je vier, um 5 – 7 cm voneinander entfernten Knospen.  

Das ideale Längenmaß des fertiggestellten Stecklings sollte 20 – 30 cm betragen.

Sobald keine Forstgefahr mehr besteht und der Boden während des Frühlings warm geworden ist, kann der Boden in einer Tiefe von 20 – 30 cm sorgfältig gelockert werden.



Die Stecklinge sollten in einer Reihe, bei einem Abstand von 20 bis 50 cm eingepflanzt werden. Sie sollten tief genug eingepflanzt sein, so dass nur die Spitzenknospe aus dem Boden hervorschaut. Man muss sicherstellen dass der um den Steckling herum befindliche Boden angedrückt wird.

Je nach Rebberg ist die Unkrautkontrolle wichtig und kann von Hand, mit Unkrautbekämpfungsmitteln oder mit einer schwarzen Kunststoff Folie erfolgen. Die Bewässerung ist meisten in den ersten Jahren erforderlich.  

Falls Kunststoff angewandt wird, muss der Boden in Form von Anhebungen aufbereitet werden. Der Boden wird mit der Kunststofffolie bedeckt und die Stecklinge werden durch die Kunststofffolie hindurch eingesetzt.

Eingewurzelte Stecklinge können im Herbst ausgegraben werden. Diese werden geschnitten und bei feuchten Lagerungsbedingungen bei 4ºC gelagert.

PROPFUNG

Die Pfropfung ist eine Verbindung von zwei Holzteilen verschiedener Rebarten. Dabei pfropft man ein etwa 3 cm langes Edelreis mit Hilfe einer speziellen Schnittform auf ein etwa 20 cm langes, einjähriges Holzstück. Das Holzstück ist die Unterlagsrebe. Diese beiden Teile verwachsen miteinander.

Im oberirdischen Teil entwickelt sich aus dem Edelreis ein Auge (Knospe) und aus der Unterlage die Wurzeln des Rebstocks.

Der Grund für die Pfropfreben waren die katastrophalen Schäden durch die Reblaus im europäischen Weinbau. Die Winzer erkannten, daß amerikanische Rebarten an der Wurzel gegen die Reblaus unempfindlich waren und die Europäerreben dagegen an den oberirdischen Teilen nicht geschädigt wurden.

So pfropfte man europäische Edelreiser auf amerikanische Unterlagsreben. Mit dem Pfropfrebenanbau wurde auch eine Ertragssteigerung ereicht. Das Pfropfen hat keinen direkten Einfluss auf den Charakter des Weines.

WURZELSTÖCKE

Einige der Hauptgründe zur Verwendung von Wurzelstöcken sind:

  1. Um die Widerstandfähigkeit des Wurzelsystems gegen die Reblaus und der Nematoden zu fördern,
  2. Um die entstandene Kulturvarietät von den aus dem Boden stammenden Seuchen abzuschirmen,
  3. Um ein kräftiges Wachstum beim Umpflanzen zu sichern und um die Anfälligkeit der Rebsorte gegenüber lehmbedingter Gelbblättrigkeit zu vermeiden.
Falls der Verdacht besteht, dass jede der vorherigen Sachlagen für einen der beabsichtigten Standorte des Weingartens anwendbar ist, sollten Wurzelstöcke in Betracht gezogen werden.