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Die Erziehung und das Ausästen

15.Februar 2009 | Thema: Pflege des Rebbergs

rebschnitt-rebbergDie Reberziehung in den ersten Jahren eines Rebberges. Wieviel Augen lässt man stehen? Wieviel Holz schneidet man aus der Rebe? Wann macht man den Rebschnitt? Wie plant man den Rebschnitt? Um ein Gleichgewicht zwischen dem Pflanzen- und dem Fruchtwachstum sicherzustellen, muss 80 bis 90 Prozent des neu gewachsenen Holz der Weinrebe entfernt werden.

Die beste Zeitspanne zur Durchführung des Rebschnittes  ist der Frühling, wenn die Weinreben ruhen. Es muss vorzugsweise kurz vor dem Beginn des Kreislaufs des Pflanzensafts durchgeführt werden.

Um das Verständnis zu ermöglichen, siehe die nachstehenden Definitionen:

  • Das Ausästen ist die Entfernung des Holzes, um dadurch den Fruchtertrag zu regeln.
  • Die Rebenerziehung ist die Entfernung des Holzes, um die Rebe so zu gestalten, dass sie einen guten Ertrag erzielt, ohne abzubrechen und ohne dabei die Pflanzenzucht zu verhindern.

Ein neuer Rebberg ist eine Investition für 40 Jahre und darum muss zu Beginn der Rebschnitt die Rebe möglichst schnell in die gewünschte Form bringen.

Erstes Jahr.  Im ersten Jahr muss alles darauf angelegt sein, den Stock zu festigen. Darum sollte im ersten Jahr nur eine oder zwei Knospen belassen werden.

Falls Sie ein Pflanzrohr anwenden, ist darauf zu achten, dass das Pflanzrohr unten 3 - 4 cm in den Boden gedrückt wird um keinen „Kamineffekt“ aufkommen zu lassen.  Beim Kamineffekt ensteht Zugluft von unten und es können Krankheiten entstehen.

Das Pflanzrohr muss an einem Pfahl angetackert oder angebunden werden. Ohne Befestigung würde sich das Pflanzrohr im wind bewegen.

Die Rebe selbst wird mit einem Kunststoff Band oder Draht am Stützpfosten fixiert.

Falls während der ersten Wachstumszeit keine Spaliere aufgestellt werden können, sollten stattdessen Pfosten angewandt werden.

Frühling zweites Jahr.  Während der zweiten Wachstumszeit sollte das Ziel sein einen oder zwei gerade Stämme zu schaffen.

Falls Pflanzrohre angewandt werden, ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, diese zu entfernen. Eine oder zwei der geradesten Stämme müssen bei der ersten kräftigen Knospe, an der Spitze, zurückgeschnitten werden.

reben-schneiden-weinberg

Weitere Triebe müssen entfernt werden, sobald die ruhenden Knospen 6 – 15 cm lange Sprösse entwickelt haben. Um der Rebenpflanze dabei behilflich zu sein, ihre Nährstoffvorräte zwecks Wachstums einzusetzen, müssen  die Blütenballen, sobald sie erscheinen, entfernt werden.

Zwei Sprosse werden dazu erzogen, entlang dem oberen Draht in zwei entgegengesetzten Richtungen zu wachsen. Von den zwei entwickelten Stämmen, wird der kürzere oder der schwächere, zur Entfernung bestimmt.

Die übrigen Strecker werden in der entgegengesetzten Richtung erzogen.

Frühling- drittes Jahr. Bis zu diesem Zeitpunkt, müssen die Stämme und Spaliere eingeführt sein. Alle Stöcke, die sich entlang des Stamms entwickeln, müssen entfernt und die Seiten der zwei Spaliere auf zwei Knospen während des ruhenden Ausästens  zurück geschnitten werden.

Den übrig gebliebenen Knospen werden das Aufblühen und das Tragen von Früchten zugelassen.

Viertes Jahr und älter.  Während des Ausästens  wird soviel Holz, wie möglich, von den kräftigen und ertragreichen Weinreben entfernt.

Zahlreiche Traubenfrüchte mit kleinen Beeren werden bei unzureichendem Ausästen entstehen.

Wird hingegen zu viel ausgeschnitten, so wird die Reife verhindert. Das wiederum wird im kommenden Jahr zu geringeren Erträgen führen. Eine reife Weinrebe wird über mehrere Hunderte von Knospen verfügen, von denen mehr als die Hälfte imstande sein wird, fruchttragende  Sprösse zu bilden.

Man muss sichergestellt werden, dass die Reben korrekt ausgeschnitten werden  und so die Überproduktion verhindert wird.  Anderseits, wird die Rebe, falls sie unnötig ausgeschnitten wird,  übermässig stark wachsen und nur einen Teil der Früchte tragen.

Die richtige Zeit für den Rebschnitt. Das Neuwachstum kann zurückgehalten werden, falls das Ausschneiden während der ruhenden Zeitspanne verzögert wird.

Zwar wird so die Beschädigung durch den Frühlingsfrost zum Teil vermieden. Dennoch muss mit dem Ausästen hinreichend früh begonnen werden, damit der ganze Weinberg richtig auf die Wachstumsperiode vorbereitet wird.

Zu spät staatgefundenes Ausästen kann das Eintreten des harmlosen “Blutens” verursachen.  Die Trauben dürfen nicht im Herbst, während sie ruhen, ausgeästet werden, weil sie den Beschädigungen durch die Wintertemperaturen ausgesetzt sind.

Deshalb sollte man mit dem Ausästen erst im Februar beginnen. Die Größe und die Form des Weinbergs können mit Hilfe des Ausästens  verändert werden.

Diese Veränderung ist dazu behilflich, um die Widerstandsfähigkeit der Rebe und eine ausreichende Menge an fruchttragendem Holz zu erhalten.

Ausgeglichenes Ausästen.  Mehr als 75 Prozent des vorjährigen Wachstums muss während dem Ausästen entfernt werden. Die Winzer müssen das Leitbild des ausgewogenen Ausästens  einhalten, um die Fähigkeit einer Weinrebe zum Zeitpunkt des Ausästens  zu ermitteln.

Solange es keine überschüssigen Mengen an Trauben gibt und nicht alle Reben vor dem Monat April augeästet werden können, muss dies im Februar und im März erfolgen.

Planung für den Rebschnitt. Um das Anfangsdatum des Ausästens  bestimmen zu können, muss man sich darüber bewusst sein, wie viel Zeitaufwand man zum Ausästen des gesamten Rebbergs braucht und dann, vom 1. April ausgehend, zurückrechnen.  

Man sollte so lange, wie möglich warten, bevor man den Rebschnitt beginnt, weil die spät geschnittenen Reben eine spätere Knospenbildung aufweisen.  Diese Trieb sind, aufgrund der verzögerten Knospenbildung fähig, dem Spätfrost standzuhalten.

Der Rebschnitt.  Es gibt ein einfaches Verfahren, um die Reben aufszuschneiden. Der erste Schritt besteht darin, die Rebe auszumessen und den Anteil des ein Jahre alten Holzes abzuschätzen.

Man muss dann fünf bis sieben Augn zur Erneuerung auswählen und sie in gleichen Abständen auf dem Spalier anordnen.  Dabei werden die fruchttragenden Stöcke, die behalten werden ausgewählt und die übrigen entfernt.

Wenn die Reben schwach oder mager sind, dann müssen sie bedeutend kürzer geschnitten werden, so können sie sich wieder erholen. Vielfach ist es sinnvoll dass bis auf einen Strecker zurückgeschnitten wird.