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20.April 2009 | Thema: Essen & Genuss | Vorheriger Essen & Genuss-Beitrag: « Muss es immer Knoblauch sein? Oder wie wäre es mit Bärlauch? | Nächster Essen & Genuss-Beitrag: Mohn, das Dopingmittel der Antike »
Was wir als Dinkel bezeichnen ist vermutlich aus einer natürlichen Kreuzung zwischen Zwergweizen und Emmer entstanden.Aus
der späten Steinzeit, ca. 2000 v. Chr. sind die ältesten
Dinkelvorkommen in Europa bekannt. Ab 1500 v. Chr. wurde das Klima in
vielen europäischen Regionen feuchter und kühler, so dass sich der
Dinkel als widerstandsfähiger erwies als anderes Getreide.
Wurde Dinkel in ganz Europa angebaut?
Die Anbaugebiete des Dinkels breiteten sich bis 800 v. Chr. über
ganz Europa aus. Dinkel wurde in Westeuropa bis in die östlichen Teile
Rumäniens angebaut. Im Norden Europas, wie in Skandinavien und England
war Dinkel ebenso ein wichtiges Getreide wie tief im Süden.
Während des römischen Reiches wurde Dinkel vor allem in den nördlichen, römischen Provinzen angebaut, wo er für die Alemannen das wichtigste Getreide war.
Im Mittelalter war Dinkel ein ausserordentlich geschätztes
Getreide. Daraufhin weisen die Schriften der Äbtissin Hildegard von
Bingen, die den Dinkel sehr schätzte und die Heilwirkungen des Dinkels ausführlich beschrieb.
Viele Ortsnamen im heutigen Deutschland zeigen noch die Bedeutung des wertvollen Getreides wie Dinkelhausen oder Dinkelsbühl.
Auch in der Schweiz war der Dinkel ein wichtiges Getreide und die
Schweiz galt auf dem Dinkelmarkt als eines der wichtigsten Anbaugebiete.
Welches Getreide löste den Dinkel ab?
Im 19. Jahrhundert wandelten sich viele Staaten Europas von
Agrarstaaten zu Industrienationen. Das sorgte für eine veränderte
Landwirtschaft durch den Einsatz von Maschinen, industriell
hergestellten Dünger und Pestiziden.
Das ermöglichte nun auch den Anbau von weniger widerstandfähigem
Getreide wie dem Weizen, der im Vergleich zum Dinkel jedoch
ertragsreicher und pflegeleichter war.
Bis ins 20. Jahrhundert hin konnten auch Neuzüchtungen des Dinkels keine spürbare Nachfrage nach Dinkel auslösen.
Der Anbau von Dinkel überlebt in Getreidegebieten mit weniger
günstigen, klimatischen Bedingungen, wo eine widerstandfähige
Getreidesorte gefragt war. Auch die Nachfrage gesundheitsbewusster
Konsumenten hat den Dinkel nicht aussterben lassen.
Im 21. Jahrhundert erlebt der Dinkel deshalb einen ersten leichten Aufschwung, da seine Qualitäten, die ihn
zu einem wertvollen Lebensmittel machen, wieder ins Rampenlicht rücken: