Die Schädlingsbekämpfung
11.Februar 2009 | Thema: Pflege des Rebbergs
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Im Weinberg tummeln sich viele Schädlinge, die sich an den Reben und den Trauben satt essen wollen. Was kann der Winzer dagegen unternehmen?
Vogelabwehr. Zu den Schädlingen, welche die Trauben befallen, gehören einige Vogelgattungen, darunter die Wanderdrossel, der Star und die Amsel.
Sie fügen der Frucht erheblichen Schaden zu, entweder indem sie die gesammte Beere von der Traube ausrupfen oder indem sie die Beeren durchbohren.
Diese Vögel beginnen damit sich von Trauben zu ernähren, bevor die Frucht vollständig ausgereift ist und nachdem die Frucht ihre eigene Farbe entwickelt hat.
Sobald dies beginnt, müssen Abwehrmaßnahmen eingeleitet werden.
Die Wirksamkeit und der Kostenaufwand der Verfahren zur Vogelabwehr sind unterschiedlich. Die wirksamste besteht darin, die Reben mit einem Netz aus Kunststoff oder Nylon abzudecken.
Die Erst-Investitionen sind zwar ziemlich hoch. Aber bei einer richtigen Handhabung können die Materialien (wie z.B. das Kunststoffgewebe) drei bis sechs Jahre lang verwendet werden.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, ein leichtgewichtiges Kunststoffnetz für eine einzige Saison zu kaufen.
Ein weiteres ziemlich kostengünstiges, doch nur bedingt wirksames Verfahren, ist die Verwendung eines optischen oder hörbaren Abschreckungsgeräts. Propankanone, Tonaufnahmen mit Hilferufen der Vögel, Hochfrequenzverstärker, falkenförmige Papierdrachen und Ballons, und hellgefärbte spiegelnde Luftschlangen können angewandt werden. Allerdings gewöhnen sich die Vögel ziemlich schnell daran.
Die langfristige Wirksamkeit erfordert, alle paar Tage, die Änderung des Aufstellungsorts. Die Zusammenstellung von sicht - und hörbaren Geräten erzielt meistens bessere Ergebnisse.
Rotwild. Diese Tiere können die Weinrebe und das Laubwerk erheblich beschädigen.
Das beste Verfahren, um das Rotwild von den Reben fernzuhalten, ist die Verwendung von Umzäunungen.
Diese sind in mehreren Bauarten vorhanden, von den kostengünstigen elektrischen Zäunen, bis hin zu den sechsdrahtigen elektrischen oder den 1.5 m hohen oder noch höheren Zäunen.
Insekten. Es gibt mehrere Insektengattungen, welche die Weinrebe oder ihre Früchte beschädigen können.
Dennoch kommt es eher selten vor, dass sie erhebliche Verletzungen hervorrufen. Die Häufige Prüfung der Rebenpflanzen auf Anzeichen der Schädlingstätigkeit ist eine der besten verfahren, um den Insektenbefall zu bekämpfen.
Die Bekämpfung muss bei schwerwiegender Beschädigung der Pflanze eingeleitet werden.
Sauerwurm. Das ist der Schädling, der Trauben am häufigsten angreift. Dieses Insekt überwintert auf dem Boden, in Kokons eingenistet.
Das Erwachsene Insekt legt Ende Mai oder Anfang Juni die Eier auf den Traubenblüten oder den kleinen Beeren ab. Im Juli bildet die Erwachsene Larve eine kleine Flügelklappe, die rund um ihren Rumpf gefaltet wird.
Entweder verbleiben diese auf den Weinblättern oder fallen auf dem Boden. Jede Larve ernährt sich durch Kanalbildung in drei oder mehreren Beeren, die infolge dessen zusammenschrumpfen.
Falls diese Larven aufgefunden werden, kann man diese mit einem speziellen Insektizid bekämpfen. Mit Pheromonfallen kann der Zeitabschnitte des Flugs und des Eierlegens ermittelt werden.
Traubenzikade. Es gibt gewisse Abarten dieses Insekts, welche die Weinreben angreifen. Im Erwachsenenalter sind diese Insekten keilförmig und etwa 3 Millimeter lang.
Ihre Farbe ist weiß bis gelb, mit gelben oder orangefarbenen Mustern. Sie ernähren sich durch das Saugen der Pflanzensäfte aus den Weinblättern.
Die Verletzungen an Blättern schränken das Rebenwachstum ein und beeinträchtigen die Reifung der Beeren.
Um den Befall ermitteln zu können, muss man die Unterseite der Blätter auf abgeworfene weiße Häute prüfen. Mann sollte Bekämpfungsmaßnahmen einleiten, bevor der Insektenbestand zu gross wird.
Reblaus. Ist ein kleines, lausartiges Insekt. Es überlebt das ganze Jahr hindurch in den Wurzeln der anfälligen Zuchtvarietäten.
Der schwerwiegende Befall mit diesem Insekt kann zu vorzeitigem Laubfall und gemindertem Rutenwachstum führen. Nach einigen Jahren des ununterbrochenen Befalls, können die Widerstandskraft und die Ertragfähigkeit der Rebe erheblich gemindert werden.
Insektenbekämpfungsmittel für die Blattoberfläche sind ausschließlich dann wirksam, wenn die die Larven auf der Außenseite des Blattes wimmeln. Der beste Zeitpunkt zum anspritzen ist während dem Aufblühen der Rebe.
Erdraupe, Rhombenspanner, Dickmaulrüssler. Diese Insekten können erheblichen Schaden, durch die Abtrennung der sich entwickelnden Rebstöcke, insbesondere gegen Anfang der Wachstumszeit verursachen.
Der Befall erfolgt meist in von Unkraut überwucherten Bereichen. Durch das entfernen des Unkrauts kann dem Befall vorgebeugt werden.
Der Befall dieser Schädlinge tritt meistens nur Stellenweise auf. Wenn möglich, sollte ein Absammeln dieser Schädlinge gemacht werden. Bei grösseren Befallflächen kann auch ein chemisches Präparat eingesetzt werden.