Erziehungsverfahren der Spalier Systeme
17.Februar 2009 | Thema: Spalier im Weinberg

Verschiedene Klimabedingungen, Bodeneigenschaften und Eigenschaften der Rebe bestimmen die Wahl des Spaliers.
Das Guyot VerfahrenNach Dr. Jules Guyot, einem französischen Wissenschaftler aus dem 19. Jahrhundert benannt. Dieses Verfahren eignet sich insbesondere für ertragsarme Rebberge. Es nutzt die Rebsorten, die aufgrund von ziemlich unfruchtbaren Böden, eine niedrige Spannkraft aufweisen.
Dieses Verfahren ist deshalb empfehlenswert, weil dadurch die Pflanze dazu neigt, den größten Teil ihres Kraftaufwands in der Fortpflanzung (Früchte tragen), anstatt zur einfachen Ausweitung einzusetzen.
Die Grundform des Guyot- Verfahrens ist ziemlich leicht anwendbar, da es an die örtlichen Klimabedingungen angepasst werden kann. Ein wichtiger daraus entstehender Vorteil ist, dass der Rebberg kleine Erträge von qualitativ hochwertigen Trauben erzeugen wird.
Vom Stamm der Rebe ausgehend, werden üblicherweise zwei fruchttragende Stöcke gezogen, um in entgegengesetzten Richtungen, entlang von zwei Leitdrähten, die knapp oberhalb des Stockes verlaufen, zu wachsen.
Durch das Befestigen an den oberhalb der Stöcke gelegenen Befestigungsdrähte, werden die neuen Sprosse dazu erzogen, aufwärts zu wachsen.
Zur optimalen Raumeinteilung und der Aussetzung zum Sonnenlicht, können die Sprosse von Hand angeordnet werden und so sind die Traubenfrüchte imstande, unterhalb der Weinblätter zu hängen. Das ermöglicht eine gute Luftzirkulation und eine optimale Besonnung.
Vertikales SpalierBei diesem Verfahren wachsen die Reben vertikal entlang der Leitdrähte. Die übliche Vorgehensweise für fruchttragende Stöcke besteht darin, sie in entgegengesetzter Richtungen, entlang von zwei Drahtebenen zum wachsen zu erziehen.
Genauso wie beim einfacheren Guyot- Verfahren, hängt die Traubenfrucht 40bis 60 cm oberhalb des Bodens und unterhalb der Reihe von waagrecht wachsenden Weinblättern.
Die Cordon - Erziehung
Wird in den wärmeren Anbaugebieten wie Italien, Portugal und Kalifornien angewandt. Beim der Cordon Erziehung entwickelt die Rebe zwei waagrechte drei bis vier Meter lange Äste. Auf diesen Ästen wachsen senkrechte Seitentriebe ca. 80 cm hoch.

Jeder Cordon braucht einen Rebstock. Der unterste Cordon wächst 30 bis 60 cm über dem Boden. Und hat einen Meter Abstand zum nächsten.
Lyra oder U- förmiges SpalierDiese Bauart teilt die Rebe in zwei fruchttragenden Stöcken ein, die beide in entgegengesetzten Richtungen wachsen. Die Sprösse werden ausgerichtet, um entlang der Drähte, die durch ein U- förmigen Stützsystem eingezogen werden, aufwärts zu wachsen.
Das Ergebnis davon ist eine geteilte Beschirmung mit geringerer Dichte, weil sich die Weinblätter und Früchte entlang der zwei Laubwände ausbreiten. Die Aussetzung zur Sonneinstrahlung wird zwar erhöht, dennoch wird vor Sonnenbrand geschützt.
Umbrella Kniffin SystemDieses System verwendet lange Rebstöcke (mit je 10 bis zu 20 Knospen) die von verschiedenen Spornen aus der Nähe oder von der Spitze des Stamms entstehen. Vier bis sechs Stöcke werden zurückgehalten, über den oberen Draht des Gittersystems gebogen und an dem Mitteldraht fest angebunden.
Um die Beschädigung der zarten Knospen während des Befestigungsvorgangs zu vermeiden, muss das Ausästen vor der Knospung fertiggestellt werden. Weil aber das Ausästen der Stöcke nicht maschinell sattfinden kann, werden bei diesem Verfahren höhere Arbeitskosten anfallen.
Material für SpaliereDer beste und wichtigste Ausgangsunkt, der bei dem Aufbau des Spaliers beachtet werden muss, ist das Fundament. Genauso wie bei allen anderen Bauwerken, sind manche davon Grundmodelle, während andere nicht so gebräuchlich sind.
Was wirklich zählt, ist ihre Zweckmäßigkeit. Am geläufigsten ist entweder das H-Verankerungssystem oder die Aufstellung der Endstrebe bei einem 5- Grad Winkel von der Senkrechten, innerhalb eines Stützpfostens oder eines anderen Erdankers.
Generell kann man sagen, dass die Bodenbeschaffenheit bestimmt, wie die Verankerung und das Fundament gemacht werden muss.Wichtig ist auf alle Fälle, dass der Endpfosten aus einem starken und dauerhaftem Material beschaffen ist.
Dem Winzer stehen verschiedene Materialien zur Verfügung. Wichtig ist, dass das Spalier für den Rebberg entsprechend gebaut wird. Da kann einem die betreffende Landwirtschaftsschule Hilfestellung leisten.
PfostenDie Pfosten sichern die Verankerung des Spaliers. Für die Pfosten wählt man entweder Holz oder Metall. Beide bringen ihre Vor- und Nachteile mit sich.

Das Holzpfosten ist billiger als der Metallpfosten, er kann aber brechen und innerhalb einer kurzen Zeitspanne verfaulen. Gut imprägnierte Holzpfosten halten aber sehr lange.
Die schweren Reben können die stählernen Pfosten biegen, insbesondere bei hohen Windstärken. Sie können ebenfalls in den Boden versinken.
Draht Die Verwendung eines hochfesten Drahts, mit einer 2 - 3 Drahtstärke ist ein Muss. Leichtgewichtige Drähte sind nicht zu empfehlen.
Weitere erforderliche Eisenwaren sind Spanner, Erdanker, Befestigungs- und Spleiß Drähte.
Die für den Bau der Spaliere erforderlichen Werkzeuge umfassen: Zaunzange, Pfahleisen, Stampfer, Schaufel und Säge. Die Pfostenlöcher können von Hand ausgegraben oder mit Hilfe eines Bohrers gegraben werden.
Die in den Boden geschlagenen Pfosten sind in der Regel stabiler, als die eingegrabenen Pfosten.