Mohn, das Dopingmittel der Antike
20.April 2009 | Thema: Essen & Genuss

Kaum eine Bäckerei oder Konditorei in der wir nicht Gebäck und Süsswaren aus Mohn finden.
Die nussig duftenden Samen des Schlafmohns werden von der Lebensmittelindustrie vor allem zu Süssspeisen und Gebäck verarbeitet.
Wer kennt nicht Mohnkuchen oder Mohnstrudel. Besonders Österreich, das als klassisches Mohnanbaugebiet gilt, kann mit vielen Mohnrezepten aufwarten.

Woher stammt der Mohn?Es gibt ca. 300 Mohnarten. Der Mohn, der uns den Samen liefert, der dann in köstliche Leckereien verarbeitet wird, wird als Schlafmohn „Papaver somniferum“ bezeichnet.
Der Schlafmohn stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum. Bereits ab etwa 6000 v. Chr. war der Mohn in Südeuropa eine Nutzpflanze, wie archäologische Funde bereits nachgewiesen haben.
So ist Mohn also eine unserer ältesten Kulturpflanzen. Selbst in Keilschriften um 4000 v. Chr. wird der Schlafmohn und seine Verwendung als Heilmittel beschrieben.
Welche Heilmittel hat der Schlafmohn?Ein Hinweis steckt bereits in einem Namen. Er ist ein Schlaf- und Heilmittel. Für die Sumerer war er die Pflanze der Freude.
Das ist darauf zurückzuführen, dass in den unreifen Mohn Wirkstoffe enthalten sind, die betäubend wirken und aus denen Betäubungsmittel wie Morphium hergestellt werden.
Ritzt man die unreifen Mohnkapseln an, rinnt ein milchiger Saft, aus dem Opium gewonnen werden kann.
Die betäubende Wirkung des Mohns war in allen Zeiten willkommen. Für die einen war er Genussmittel, im medizinischen Bereich war er eine grosse Hilfe.
Durch die betäubende Wirkung konnten chirurgische Eingriffe erträglicher bzw. erst möglich gemacht werden.

In der Antike nutzten auch Sportler den Mohn um trotz Schmerzen an Wettkämpfen teilzunehmen.
Den Mohn, den wir heute als Lebensmittel geniessen, wird aus den reifen Samen des Mohns gewonnen, so dass er nicht entsprechende Wirkstoffe wie im unreifen Zustand aufweist.
Dafür haben wir in Lebensmitteln, wie Teigwaren, Nudeln und Pasta aus Mohn kulinarische Köstlichkeiten, auf, die wir trotz fehlender Rauschwirkung, nicht verzichten möchten.