Schweizer Spezialitäten - Safran?
04.Juni 2009 | Thema: Mercanti
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Kennen Sie noch eine Schweizer Spezialität ausser Käse und Schokolade? Ja, es gibt sie!
Aber wer denkt denn unbedingt an Safran, wenn wir von der Schweiz
reden?
Im Schweizer Kanton Wallis, genauer gesagt in der Gemeinde Mund wird
das rote Gold angebaut. Gold, weil es so edel und fast so wertvoll ist
wie das Edelmetall.
Im Mittelalter wurden Safranschmuggler und Safranfälscher mit dem Tod
bestraft.
Doch der Wert des Safrans verleitete durch die Jahrhunderte hindurch
immer wieder zum Fälschen mit einer ebenfalls gelben Kurkumamischung
bzw. der Färberdistel.
Eine gute Alternative – Safran selber angebautDa haben die
Schweizer in der Gemeinde Mund die bessere Alternative gewählt.
Sie
bauen ihren Safran selbst an. Der Crocus sativus, wie seine botanische
Bezeichnung ist, liebt es kühl und Schnee soll sogar die Ernte fördern.
Auch in seinen ursprünglichen Heimatländern wie den kretischen Gebirgen
oder den Gebirgen in West- und Zentralasien, wie vermutet wird, wächst
er in höheren Lagen.
Der Safran ist der wertvollste KrokusDer Safran gehört zu der
Familie der Schwertliliengewächse und ähnelt den kleinen
Krokuspflanzen, die mit ihren Blüten unsere Frühjahrsboten sind.
Der
Safran zeigt allerdings im Frühjahr nur ein paar grüne, grasartige
Blätter.
Seine Blütezeit ist im Herbst, kurz vor Winterbeginn.
Er
unterscheidet sich von anderen Krokusblüten, durch seine roten
Blütenfäden, weswegen er so kostbar und wertvoll ist.
Der Safranfaden – leicht wie eine FederSo ein Safranfaden
wiegt fast nichts. Aus einer Blüte sind es gerade mal 0,03 Gramm, an
Safranfäden, die man erntet.
Für ein Kilo Safran benötigen die
fleissigen Erntehelfer zwischen 200.000 und 300.000 Stück.
Aus
Tausenden von Blüten bekommt man einen Hauch des edlen Gewürzes.
Safranernte ist HandarbeitAuch in Mund, ähnlich den anderen
Safran-Anbauländern wird der Safran von Hand geerntet und verarbeitet.
Der Safran wird früh am Morgen oder gegen Abend gepflückt, da zu
intensive Sonneneinstrahlung während der Ernte dem Aroma schadet.
Nach
der Ernte beginnt das aufwendige Lösen der Safranfäden aus den Blüten.
Der Safran muss noch am selbigen Tag geerntet werden. Nur wer geübt
ist, bringt es auf ca. 70 Gramm pro Tag.
Getrocknet reduziert sich noch
einmal das Gewicht um ca. ein gutes Drittel.
So wundert man sich nicht
mehr über den Wert des Safrans. Momentan hat das rote Gold einen Wert
von 3.000 bis 8.000 Euro pro Kilogramm.
Blühende
Safrankrokusse auf der Kummegge
Im Kanton Wallis wird
zwischen die Safranpflanzen Winterroggen gesät.
Als Flachwurzler stört
er nicht die tiefer liegende Safranknolle, gleichzeitig schützt er aber
vor unliebsamem Unkraut.
Geerntet werden gerade mal drei Kilo des
kostbaren Gewürzes. Natürlich handelt es sich um eine der besten
Safranqualitäten, wenn sie einen Schweizer fragen.
Denn jedes Anbaugebiet ist doch von der eigenen Qualität überzeugt.
Das
Anbaugebiet im Kanton Wallis ist auf der Kummegge. Dort findet man im
Oktober blühende Safrankrokusse.
Safran für den EigenbedarfDie produzierten drei Kilogramm
Safran bleiben gleich in der Gemeinde Mund, wo sie auch verwertet
werden.
Der gemeindeeigene Safran wird für die Bäckerei und für die
drei Munder Restaurants benötigt, wo es natürlich Gerichte aus Safran
wie Safranrisotto nach Munder Art gibt.
Das Safranrisotto darf auch
nachgekocht werden, während die Rezepte der Safranbäckerei gehütet
werden.
Traditionelle Safranzunft in der SchweizSeit 1979 gibt es in
Mund eine eigene Safranzunft. Der Safranhandel hat aber eine lange
Schweizer Tradition wie heute noch existierende Zunfthäuser in Basel,
Zürich und Luzern bezeugen.