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Urdinkel und Dinkel

21.April 2009 | Thema: Essen & Genuss | Vorheriger Essen & Genuss-Beitrag: « Kein Sommer ohne Basilikum | Nächster Essen & Genuss-Beitrag: Cacao – eine Geschichte Mittelamerikas »

Was ist Urdinkel und wann spricht man von Dinkel? Gehen wir weit in die Geschichte zurück, als die Menschen ihr Nomadentum aufgaben, sesshaft wurden und mit Viehzucht und Landwirtschaft begangen. Vermutlich entwickelte sich der Dinkel aus dem Wildemmer und Wildgräsern der Gattung Aegilops auf natürliche Weise.

Er wurde als einer unserer ersten Getreidearten angebaut. Begünstigt wurde dies all die Jahrtausende hindurch, da es sich bei Dinkel um ein sehr widerstandsfähiges Getreide mit einem hohen Nährwert handelt.

Der Anbau von Dinkel verbreitete sich in ganz Europa und war ein geschätztes und begehrtes Getreide. Erst im Zeitalter der industriellen Revolution, als man mit Maschinen begann den Acker zu bearbeiten.

Als man mit chemischen Düngern und Pestiziden auch andere Getreidesorten pflanzen konnte, die ertragreicher aber weniger resistent waren, als der Dinkel, verlor dieser an Bedeutung.



Wann spricht man von Urdinkel?

Von Urdinkel spricht man, wenn man den ursprünglichen Dinkel meint, wie ihn bereits die Kelten und alten Ägypter angebaut haben. Denn die Bezeichnung Urdinkel ist nicht ganz richtig, da der Dinkel keine eigene Stammform hat.

Wer von Urdinkel spricht meint die alten Dinkelsorten. Seine Qualitäten als widerstandsfähige Pflanze wie auch als Nahrungsmittel hat er all die Jahre hindurch erhalten und gilt auch heute noch als wertvolles Lebensmittel.

Man könnte den Urdinkel sogar als Öko-Getreide schlechthin betrachten. Denn seine Höhe von ca. 1,50 m schützt die Ähren vor Pilzkrankheiten. Der Spelz (Spreu) schützt die Körner vor Schadstoffen und seine langen Halme machen einen Anbau mit zuviel Dünger unmöglich.

Wann spricht man von Dinkel?

Während der industriellen Revolution versuchte man den Dinkel mit Weizen zu kreuzen, wie es auch heute noch geschieht. Damit wollte man den Dinkel ertragreicher und pflegeleichter machen. Hier wird dann allgemein von Dinkel gesprochen.

Wer die alten Sorten des Urdinkel kennt, der bevorzugt sie, da er Gewissheit hat, alle Nährstoffe, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zu bekommen, weshalb der Dinkel bereits von Hildegard von Bingen im Mittelalter schon so gelobt wurde.